„Ich bin einfach ein süßer Typ“ – Interview mit einem inneren Schweinehund

30. November 2009 · Keine Kommentare

Der innere Schweinehund macht uns dick und faul. Aber er beschert auch Höhenflüge, wenn wir ihn klein kriegen. Hier spricht ein Schweinehündchen über den Sinn seines Lebens.

Schweinehündchen-1Seit Urzeiten versuchen die Menschen, Sie auszurotten. Trotzdem haben Sie jetzt zur Weihnachtszeit wieder Hochkonjunktur?
Ich bin einfach ein süßer Typ. Ich kann verführen und weiß genau, wie ich einen Menschen rumkriege, der nicht so will wie ich. Im Dezember ist das besonders leicht.

Welche Argumente sind jetzt Ihre stärksten?
Wenn ich eine Tüte Marzipan an den Menschen bringen will, bockt der oft. Dann komme ich mit der Mensch-ist-doch-Weihnachten-das-gehört-doch-dazu-Nummer. Wenn das nicht hilft, erinnere ich an die geplante Reis-Diät im Januar und lege ihm nahe: „Genieß doch vorher noch mal richtig.“ Dann nimmt er gleich zwei Tüten.

Und ruft danach zum Kampf gegen Sie auf. Haben Sie keine Angst?
Nein, denn die meisten wollen mich mit wirkungslosen Brachialmethoden besiegen. Wenn mich einer anbrüllt („Hau ab, ich esse sowieso nie wieder Kekse, ab sofort mache ich Nulldiät“), lache ich nur. Drei Stunden später winseln diese Typen wieder an, wir verdrücken eine Tafel Schokolade und sind glücklich.

Schweinehündchen-2Aber nicht lange?
Das ist ein Menschenproblem, ich lebe gut davon. Schwierig sind für mich die leisen Leute, die ganz sanft anfangen, plötzlich mal eine Nuss knabbern statt einen Nikolaus zu schlachten und sich dann so wohl fühlen, dass sie es wieder machen wollen. Damit kriegen sie mich auf die Dauer. Ich werde dann ihr Freund.

Braucht man einen wie Sie als Freund?
Als kleiner Kumpel bin ich nicht schlimm. Mit Mini-Schweinehund kann ein Mensch gesund leben. Ich schütze ihn vor Übertreibungen, erinnere ihn daran, das Leben zu genießen und mache ihn sogar glücklich. Wenn er mich klein kriegt, steigt sein Selbstbewusstsein und motiviert ihn zu mehr. Da bin ich fair.