Wer nascht, gewinnt
26. November 2009 · Keine Kommentare
Kann man die wundervolle Weihnachtszeit wirklich genießen und dabei nicht zunehmen? Diese Frage beschäftigt mich jedes Jahr von neuem, denn auch ich möchte nach den Festtagen gut in Form sein. Mit der ersten Adventskerze beginnt jetzt mein Countdown: Schwierige Wochen voller Verführungen sind zu überstehen. Das Finale findet an der Festtagstafel statt. Und bis zur letzten großen Sause an Silvester muss alles weg sein. Essen, so scheint’s, gehört fünf Wochen lang zum Pflichtprogramm. Die Folgen sind meist unübersehbar. Der Bauch wird rund und runder.
Dabei kann es auch anders gehen. Nämlich dann, wenn Sie es schaffen, ein paar „pfundige“ Gewohnheiten gegen andere auszutauschen und sich selbst ein bisschen auszutricksen. Zum Beispiel beim Plätzchenbacken. Das sollten Sie sich auf keinen Fall verbieten, sondern – im Gegenteil – lassen Sie die Öfen glühen, schwingen Sie den Schneebesen. Inszenieren Sie es so himmlisch schön, dass Sie den Genuss nicht durch die Menge, sondern durch die Intensität steigern. Backen Sie sich kleine Sünden, die schmecken, gut sättigen und auch noch wertvolle Nährstoffe enthalten. Mit meinem Freund, dem Fitness-Koch und Diplom-Ökotrophologen Hajo Jäger, habe ich tolle Rezepte entwickelt: knusprige Zimtsterne und Walnuss-Tannenbäumchen für clevere Naschkatzen. Auf die Plätzchen, fertig, los!
Ein Tellerchen Süßes zum Nachtisch oder als Beilage
Auf diese Kekse stürzen Sie sich nicht heißhungrig im Vorbeigehen (sonst rauschen die runter, ohne dass Sie es überhaupt richtig merken). Sondern Sie essen ganz langsam bei Kerzenschein. Die Zeitung bleibt zugeklappt, das Fernsehen aus und das Handy bimmelt bestenfalls lautlos. Ein Tellerchen davon reicht – am besten als Dessert zum Mittagessen oder als Beilage zu einer reinen Obstmahlzeit. Mein absoluter Supertipp: Greifen Sie (auch beim Backen) zu Bitterschokolade. Die macht genauso glücklich wie die normale, aber nicht so gierig auf mehr.
Außerdem muss nicht jede weihnachtliche Knabberei als Süßigkeit serviert werden. Denken Sie auch mal an Apfel, Nuss und Mandelkern. Die haben auch ihren weihnachtlichen Zauber, nicht nur im Gedicht. Wer abends vorm Fernseher das Knabbern nicht lassen kann, sollte sich Trockenobst (gesunde Mineralien!) statt Chips oder Marzipankartoffeln zwischen die Zähne schieben.
Schlummertrunk mit Milch
als abendliches Ritual
Achten Sie beim Naschen auch auf den Zeitpunkt: Je später der Adventstag, desto weniger sollte es werden. Mit Rücksicht auf die optimale Fettverbrennung braucht der Körper zuckerfreie Zeiten. Deshalb sollten Sie nachmittags und abends möglichst ganz auf Süßes verzichten; tagsüber gilt: Lieber einmal richtig als fünfmal wenig. Wenn Sie das geschafft haben, belohnen Sie sich mit einem Schlummertrunk aus heißer Milch vorm Einschlafen, gekrönt von einer duftenden Prise Zimt – wegen der Weihnachtsstimmung gerne auch bei Kerzenschein.
Vorsicht vor heimlichen Dickmachern mit Schlank-Etikett
Übrigens: Fallen Sie nicht auf kalorienreduzierte Weihnachtsnaschereien aus dem Supermarkt herein. Die machen zwar nicht direkt dick wie zum Bespiel Zucker, doch sie sind raffinierte Psychowaffen, weil sie uns einflüstern: „Von mir kannst du ruhig ein bisschen mehr nehmen. Ich bin ja kalorienfrei gesüßt und trotzdem ein leckeres Kerlchen. Da spielt die Menge doch keine Rolle.“ Von solchen Argumenten eingelullt, beschummeln wir uns gerne selbst und essen am Ende viel mehr als von normalem Weihnachtsteller. Deshalb: Lassen Sie den inneren Schweinehund links liegen, bleiben Sie Ernährungsdetektiv. Nehmen Sie sich Zeit für kluge Genüsse, dann werden Sie fröhlich einstimmen können, wenn es am 24. Dezember heißt: Schöne Bescherung!

