Festessen & Co: Werden Sie Ritter der Tafelrunde

11. Dezember 2009 · 4 Kommentare

Gefahren für die Figur lauern in diesen Tagen meiner eigenen Erfahrung nach nicht nur auf Plätzchentellern, Weihnachtsmärkten und in Nikolausstiefeln. Mindestens genauso bedrohlich sind Einladungen zum Essen. Die klingen zwar erst einmal nett und harmlos – in den Weihnachtswochen haben sie jedoch eine Bedeutung, die weit über das Ziel Satt-Werden hinausgeht. Der Anspruch ist hoch, die Erwartungen entsprechend: Heute soll es etwas ganz Besonderes sein, weil ja nur einmal im Jahr Weihnachten ist.

Patric und SchweinehündchenTheoretisch ist auch das noch harmlos. Doch praktisch sitzt man mit der Zusage schon in der Falle: Bei den meisten Weihnachtsfeiern gilt nämlich unausgesprochen: Wer nicht mitmacht, ist ein Spielverderber.

Spaß bei der Betriebsfeier:
Essen Sie heimlich gesund

Stellen Sie sich mal vor, da hockt jemand auf der Betriebsfeier vor einem Tellerchen mit drei Tomaten zu einem Glas Wasser, während alle anderen fröhlich spachteln, mit Alkohol („der Chef zahlt“) ihre Fettverbrennung zum Erliegen bringen und ihre guten Vorsätze komplett über Bord werfen. Da muss der Wassertrinker sich nicht nur gehässige Bemerkungen anhören („Ach, dein wievielter Diätversuch ist das denn in diesem Jahr?“), sondern zieht den Zorn all derer auf sich, die munter mitmachen. Er ist nämlich das sprichwörtlich schlechte Gewissen, das alle haben, aber Weihnachten verdrängen wollen.

Deshalb rate ich Ihnen: Outen Sie sich lieber nicht als Gesund-Esser, wenn Sie sich gerade mühsam ein paar Pfunde heruntergekämpft haben. Machen Sie stattdessen in Maßen mit – und essen Sie dabei heimlich gesund. Ich mache das schon seit vielen Jahren so, esse lecker und gut, aber genau das, was ich will – und nicht das, was mir gut meinende Tanten oder Kollegen im Schlemmrausch reinstopfen wollen.

Das geht ganz unauffällig. Zum Beispiel, indem Sie auch im Dezember im Alltag so oft wie möglich nach der Heizmann-Uhr essen, ab nachmittags die Kohlenhydrate vom Speiseplan streichen und Ihre wöchentliche Sporteinheit nicht zugunsten eines Schmalzkuchen-Stündchens auf dem Weihnachtsmarkt absagen. Wenn abends ein Weihnachtsessen auf dem Dienstplan steht, beugen Sie mittags vor, indem Sie in der Kantine nur einen Salat bestellen oder sich mit Obst und Gemüse begnügen. Prima durchhalten können Gesund-Esser übrigens bei Advents-Veranstaltungen mit Selbstbedienungs-Buffet. Da laden Sie immer wieder Gesundes nach, ohne dass jemand bemerkt, wie Sie sich Ihren Teller zusammenstellen.

Tomate-Paprika-BaumAn der festlichen Tafel
keinem vor den Kopf stoßen

Wenn Sie das geschafft haben, sind Sie noch nicht durch. Denn die härtesten Weihnachtsessen sind die Tafelschlachten am großen Familientisch. Weil Sie dabei Gefahr laufen, den Koch oder die Köchin aus der eigenen Sippe persönlich zu beleidigen, wenn Sie den zum dritten Mal aufgeladenen Teller verweigern. Ich gebe zu, dass es ganz schön schwer ist, jahrzehnte lange Traditionen zu brechen und den Liebsten zu erklären, dass Aufhören keineswegs bedeutet: „Mir schmeckt dein Essen nicht.“ Deshalb bevorzuge ich auch hier die stille Variante. Ich esse mich satt mit Fleisch und Gemüse, lasse aber Beilagen wie Reis, Kartoffeln oder Nudeln weg. Das würde Ihre Mutter nicht durchgehen lassen? Aber klar, wenn Sie es in einem Kompliment verpacken: „Kartoffeln kann ich immer haben, Mutti, aber dein Braten ist so perfekt, dass ich lieber eine Scheibe Fleisch mehr esse.“

Und wenn ich selbst einlade, serviere ich mein Heizmann-Festtagsmenü. Dabei muss man gar nichts weglassen, um sich wie ein standhafter Ritter in der Tafelrunde zu fühlen. Mein Menü ist kalorienarm, gesund und schmeckt auch noch zum Niederknien. Probieren Sie es doch mal: Als feine Vorspeise gibt’s würzige Käsesuppe mit Orangenfilets, als festlichen Hauptgang Entenbrust mit Apfelpesto und Balsamico-Rotkraut und zum Nachtisch ein Mandarinen-Himbeer-Trifle. Hier verrät mein Freund und Fitness-Koch Hajo Jäger, wie Sie das hinkriegen. Guten Appetit!

4 Kommentare

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kochfee  14. Dezember 2009 11:40

Die Patric-Heizmann-Methode finde ich super, man kann sie gut in den Alltag intregieren, auch wenn man viel unterwegs ist. Selbst Weihnachtsmarkt und – feier muss man nicht meiden.

Susanne Winterfeld  15. Dezember 2009 21:29

Guten Abend ! Danke sehr , für die tollen Rezepte hier immer wieder ! Alles relativ einfach und schnell hergerichtet . Eine shcöne Weihnachtszeit noch und nette Grüsse von mir.

kochfee  24. Dezember 2009 12:27

Hallo,
ich wünsche allen Heizmannfans ein schönes Weihnachtsfest. Denn mit diesen Rezepten lässt es sich doch gut angehen und auch die liebe Verwandschaft wird nichts zu bemängeln haben. Einen Winterspaziergang dann danach und alles wird gut.
In diesem Sinne schöne Feiertage.

drfs  30. Dezember 2009 15:55

Danke für die Tipps!
Ich hatte dieses Jahr mit dem Familienessen Glück:
Bei uns zuhause gabs größtenteils ans Heizmann-Konzept angepasstes Essen.

Vorspeise antipasti + salat

Hauptgericht gefüllte Rinderrouladen mit Rotkraut und gemüse – kein extravagantes ausgefallenes essen, aber kohlenhydrat reduziert, und dennoch lecker :-) ) !

Nachspeise: 1x portion Eis mit Heissen früchten… würd ich eigentlich abends drauf verzichten, aber an Weihnachten war das vollkommen ok… :-) )

Keinerlei Stopfnahrung wie Reis, Nudeln oder Kartoffeln!
- ich glaube meine Mutter hat es dieses Jahr gut mit mir gemeint ;-)

vg
T.

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