Gute Vorsätze im Januar: Warum weniger mehr bringt
3. Januar 2010 · Ein Kommentar
Gute Vorsätze im neuen Jahr können ganz schön gefährlich sein und nach hinten losgehen – nicht etwa, weil sie gut sind. Nein, gut bleibt gut. Sondern weil wir am Jahresanfang dazu neigen, zu viel des Guten zu wollen. Nie wieder möchten wir so viele tolle Pläne auf einmal verwirklichen wie zum ersten Januar. Noch in der Silvesternacht verkünden wir mit festem Blick ins Sektglas: Im nächsten Jahr – also ab morgen – will ich gesünder leben, besser essen, mehr Sport treiben und endlich ein paar Pfunde los werden.
Aber mal ehrlich: Haben wir das nicht im letzten Jahr auch schon beschlossen? Und im vorletzten? Und vor zehn Jahren? Genau, da war doch mal was. Und warum ist nichts daraus geworden? Wahrscheinlich zucken Sie jetzt mit den Achseln und müssen eingestehen: Weiß ich eigentlich auch nicht so genau. Kam eben so – wie immer.
Das glaube ich gerne. Der erste Tag im neuen Jahr ist nämlich der denkbar schlechteste Termin, um gute Vorsätze zu verwirklichen. Stellen Sie sich mal vor: Sie schleichen am Neujahrsmorgen leicht verkatert zum Frühstückstisch, verkneifen sich mit Mühe ein Brötchen („ich will ja ab heute abnehmen“), hungern ein paar Stunden durch – bis die große Schmacht kommt. Dann schlagen Sie bei Currywurst und Pommes zu („lecker, es darf auch ruhig ein bisschen mehr sein, ich hatte ja heute noch gar nichts“) und kämpfen kurz danach mit Ihrem schlechten Gewissen, das Ihnen einflüstert: Du hast mal wieder versagt. Und das schon am ersten Tag!
Dummerweise ist das dann meist schon der Anfang vom Ende. Noch zwei, drei halbherzige Versuche, und ehe man sich versieht, steht schon das nächste Silvester vor der Tür. Und damit auch das nächste Im-neuen-Jahr-wird-alles-besser-Programm. Ihr innerer Schweinehund zuckt nicht mal und lehnt sich cool zurück: Er hat ja nichts zu befürchten, wie er schon von früher weiß. Mein Tipp: Überraschen Sie den kleinen Kläffer doch einmal. Und zwar so sanft, dass er es erst merkt, wenn der Anfang schon geschafft ist.
Deshalb rate ich zum sanften Umstieg: Planen Sie innerhalb der ersten drei Tage (das ist eine psychologisch sinnvolle Frist für gute Vorsätze) nur einen einzigen perfekten Tag ein, an dem Sie sich gesund ernähren, Sport treiben und am Ende bestenfalls feststellen: So schlimm war das gar nicht. Ein Tag ist leicht zu schaffen. Und wenn trotzdem Schwach-werd-Gefahr droht, trösten Sie sich schnell mit der Aussicht auf morgen: Dann dürfen Sie nämlich wieder zu Ihren alten Gewohnheiten zurückkehren. Bis zum nächsten perfekten Tag. Das machen Sie so lange, bis Sie die alten Gewohnheiten immer seltener vermissen. Und irgendwann gar nicht mehr wollen. Das ist dann der Zeitpunkt, an dem Sie voller Stolz sagen können: Das mit den guten Vorsätzen fürs neue Jahr, das habe ich jetzt zum ersten Mal geschafft.


Quinta 6. Januar 2010 11:58
Hallo Patric
Ich möchte gerne mehrere Kilos abnehmen. Seit Dezember ich habe schon mehrere perfekte Tage gemacht. Fühle mich damit sehr wohl. Bis jetzt ist aber gewichtsmässig nicht gelaufen. Mache ich Da was falsch? Wieviel Sport soll ich pro Woche einplanen? Gerne würde ich aus Deinem Shop Artikel bestelle, dies geht aber leider aus der Schweiz nicht. Besteht irgendwo ein Möglichhkeit doch noch zu bestellen??
vielen Dank für Deien Hilfe
Diana aus der Schweiz