Sport macht frei. Frei von Stress. Frei von unnötigem Fettballast. Frei von zermürbenden Alltagsgedanken. Das ist kein Spruch, sondern in unzähligen Studien bewiesen. Und selbst tausendfach erlebt. Rational also unumstößlich. Doch bei vielen springt das emotionale Gedächtnis an, beschützt durch Glaubenssätze, die aus Erfahrung geschnitzt wurden. Um vor einem erneuten Versagen, einem wiederholten Schmerz zu schützen. Und emotionale Ereignisse schlagen rationale Beweise. Immer!

Glaubenssätze entsprechen nicht der allgemeinen Wahrheit, sondern lediglich dem persönlichen Erlebnishorizont, den gemachten Erfahrungen. Wer dies akzeptiert und alte, destruktive Glaubenssätze überdenkt, kann Platz für neue Glaubenssätze schaffen, die das alte „Programm“ verdrängen. Die „Programmiersprache“ heißt: emotionale Referenzerlebnisse!

Destruktive Glaubenssätze

An dem bereits genannten „Sport is nix für mich!“-Beispiel lässt sich das gut erklären. Der erste Schritt: du brauchst den Willen, den alten Glaubenssatz überhaupt in Frage stellen zu wollen. Daraus entsteht dann eine Handlungsabsicht. Du nimmst dir zum Beispiel ganz fest vor, zweimal pro Woche morgens vor dem Frühstück zehn Minuten laufen oder walken zu gehen. Du beginnst also mit der Aktivität, der Handlung, deinen destruktiven Glaubenssatz in Frage zu stellen. Das ist der kritischste Part, weil du aktiv gegen deinen Glaubenssatz angehst. Das erfordert Energie, vermischt mit dem zunächst mulmigen Gefühl, also einer nicht angenehmen Emotion. Doch dann geht es schnell: du sammelst direkt neue Referenzerlebnisse, die deinen alten Glaubenssatz schwächen. Weil du sehr schnell spüren und erkennen wirst: das klein bisschen Bewegung im niedrigen Belastungsbereich tut dir unerwartet gut!

Fülle dein „Referenzkonto“

Je häufiger du nun das Prozedere wiederholst, desto mehr füllt sich dein Referenzerlebnis-Konto. Der alte Glaubenssatz schwächelt immer mehr, knickt ein: er passt einfach nicht mehr zu deinen aktuellen emotionalen Erfahrungen! Es bildet sich ein neuer Glaubenssatz. Vielleicht wird aus “Sport ist Mord!” ein “Ohne Sport bin ich aber noch schneller fort”. Der befeuert die Motivation weiter zu machen.

Diese sich selbst nährende Spirale führt letztendlich zu weiteren emotionalen Resultaten, auch außerhalb des Sports: im Büro bekommst du womöglich unerwartet Komplimente bzgl. deiner guten Laune, tollen Figur oder Stressresistenz. Du bist den ganzen Tag hellwach und erheblich konzentrierter. Das wiederum verstärkt den neuen Glaubenssatz. Irgendwann trittst du über die entscheidende Schwelle: aus dem neuen Glaubenssatz wird eine Überzeugung! Und eine Überzeugung macht den neuen Glaubenssatz absolut sattelfest. Er wird nicht mehr in Frage gestellt. Denn: hier stecken zu viele gute, emotionale Erfahrungen drin – der Zement positiver Glaubenssätze.

Vorsicht, Gefahr!

Alte Glaubenssätze wollen natürlich bestätigt werden. Du erkennst das an der „inneren Kommunikation“, an Selbstgesprächen. Höre genau hin, wie deine innere Stimme über die Idee mit dir spricht, tatsächlich nach einem destruktiven Glaubenssatz zu suchen, um diesen in Frage zu stellen und eventuell zu verändern.

Im Schnelldurchlauf…

Sei mutig: Suche den destruktiven Glaubenssatz – stelle ihn mit einer relativ einfach umzusetzenden Handlung auf die Probe – sammle Referenzerlebnisse (= „Tut ja gar nicht weh?!“) – daraus bildet sich ein neuer Glaubenssatz, der deine Motivation nährt – was dich weiter zum Handeln motiviert – was neue Referenzerlebnisse und letztendlich Ergebnisse bringt, die aus dem neuen Glaubenssatz eine Überzeugung werden lassen.

Wenn zum Beispiel einer deiner Glaubenssätze sein sollte, dass du es niemals schaffen wirst abzunehmen, dann traue dich an mein 8-Wochen-Erfolgsprogramm „Ich bin dann mal schlank“ (GU-Verlag): jede Woche gebe ich dir kleine, einfache „Hausaufgaben“. Wenn du die erledigt hast, Ergebnisse spürst und siehst, zerfällt dieser alte Glaubenssatz in seine Einzelteile. Und aus diesen Einzelteilen baust du dir einen neuen, schlanken, gesunden Glaubenssatz. Sei mutig genug, einen destruktiven Glaubenssatz in Frage zu stellen.