Tofis – Drinnen ist mehr (Fett) als man von außen sieht

Wenn du dir deinen Körper wie eine große Stadt vorstellst, dann ist die Leber die wichtigste Fabrik. Hier wird nicht nur das Blut gereinigt, sondern auch unzählige Stoffwechselprodukte produziert. Blöd, wenn die Fabrik immer mehr zugemüllt wird und die fein justierten Prozesse ins Stocken kommen. Der Müll ist nichts anderes als Fett, das sich in der Leber ansammelt. Es entsteht langsam aber sicher eine „nicht alkoholische Fettleber“. Und die tut nicht weh. Genau das aber ist die Gefahr: Wenn es plötzlich nach jedem Bierchen rechts im Oberbauch zwicken würde, könnte man reagieren. Ist aber leider nicht so! Müdigkeit ist ein typisches Zeichen für eine angeschlagene Leber. Aber müde sind wir ja auch, wenn unsere kleinen Racker mal wieder mit kindlichem Jetlag die Nacht zum Tag machen. Oder wir nicht zur Ruhe kommen. Also, dieses Symptom hilft uns leider nicht weiter.

Und so verliert das Lebergewebe immer mehr Funktionen, vernarbt (Fibrose) und bald herrscht Chaos in der Stoffwechselfabrik. Bis es zur Zirrhose kommt. Die Fabrik ist kurz vor der Schließung. Dann ist Feierabend (ohne Bierchen), wenn keine komplett neue Fabrik transplantiert werden kann…

Modell „Storch“ – auch die Dünnen sind in Gefahr!
Natürlich haben dicke Menschen eher eine Fettleber. Aber eben nicht nur: Ca. 15% der Dünnen (auch ganz Dünnen!) können ebenfalls eine eingefettete Leber haben, weil die Überschusskalorien sich zwar nicht im Unterhautmatsch, aber im Bauchraum zusammenkuscheln. Dort verfetten sie die Organe. Zuerst bevorzugt die Leber. Dieses „Bauchraumfett“ ist gesundheitlich hochkritisch, da es viel lockerer im Gewebe sitzt und ab und zu dann mal einen Ausflug durch die Blutbahnen macht. Wenn zudem die eingelagerten Fettzellen sich schnell aufblähen und die Blutzufuhr zum Fettgewebe abgeschnitten wird, reagiert der Organismus mit niederschwelligen Entzündungen – die Grundlage aller Zivilisationserkrankungen.

Egal, wie die Figur beim Schwabbeltest abschneidet (nackig vor dem Spiegel hopsen): Das Model „Storch“, also dicker, fester, nach vorne gewölbter Bauch mit dünnen Beinchen ist bedenklich. Zumindest für den, der später mal in den Genuss der Rente kommen möchte. Und dabei sind es nicht einmal die gefutterten Fette, die uns flauschiger machen, sondern vielmehr die dauerkonsumierten Kohlenhydrate.

Kohlenhydrate – der Treibstoff
Insbesondere zuckrige Produkte und Weißmehlpampe sind das Superbenzin unserer Muskeln. Wer also regelmäßig intensiv genug rumhampelt, der verbrennt das getankte Benzin in seinem Muskelmotor. Wer aber zwischen Bürostuhl und Couch pendelt, der verbrennt das dauernd getankte Kohlenhydrat“benzin“ einfach nicht. Und somit wächst der Außentank am Bauch und Popo. Oder verstopft eben den Bauchinnenraum. Denn das nicht verbruzzelte Muskelbenzin wird in der Leber in Fett umgebaut. Und stetig kann dort ein Teil dort hängen bleiben. Auch der Bauchspeicheldrüse wird das Überangebot an Zucker bald zu doof – Teilbereiche gehen in Streik. Das hält den Zucker hoch, was wiederum Entzündungen fördert, die später die Sicherung im Herz oder Hirn durchbrennen lassen können.

Wachgeküsste Leber
Die gute Nachricht: Die Leber hat ein großartiges Regenerationspotential. Wer von den zuckrigen, weißmehlhaltigen Kohlenhydraten Abstand hält, mehr auf langsame Kohlenhydrate setzt und auch mal Esspausen einhält, der regt die Leber wieder an, den Fettmüll loszulassen. 1-2 x jährliches Fasten hilft auch hervorragend. Auch andere extrem kalorienreduzierte Diäten, wie z.B. die weit verbreitete 21-Tage-Stoffwechselkur, helfen wunderbar, die Leber wieder aktiver werden zu lassen.

Regelmäßigkeit hilft
Grundsätzlich ist es immer das Gleiche: Wer seine Ernährungsgewohnheiten im Griff hat, wird sich nicht nur über eine leichte, schlanke Figur freuen können, sondern auch über eine gesunde, fettarme, „schlanke“ Leber, die unzählige Stoffwechselprozesse bestens erledigen kann. Wer beim Älterwerden jung bleiben möchte, sollte sich nicht von Diät zu Diät hangeln, sondern eine gesunde Basis haben – die ab und zu auch für Kalorieninfernos verlassen werden kann. Das macht auch die Leber gerne mit.

Der Leber hilft es auch, zwischendurch mal 1-2 Tage „Eiweißfasten“ zu machen: drei Eiweißshakes pro Tag als Grundlage, plus 500g gedünstetes Gemüse. Es gibt viele gute (und leckere) Eiweißshakes. Zum Beispiel diesen hier.

 

2015-05-18T00:00:00+00:00 Mai, 2015|