Täglich wird eine neue Sau durch das Dorf getrieben. Doch dieses Mal wird sie wohl nicht geschlachtet und zu Wurst verarbeitet. Denn das soll die Krebsrate um ca. 18 % erhöhen (um genau zu bleiben: In der Studie ging es um eine mathematische Auswertung. Liegt das Darmkrebsrisiko bei einer 45-jährigen Frau z.B. bei 0,3 % ergibt eine Risikosteigerung um 18 % einen Wert von knapp über 0,35 %). Das soll die Auswertung aus 800 Studien ergeben haben. Die schädlichen Stoffe, die Krebs verursachen können sind Nitrosamine, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und heterozyklische aromatische Amine (HAA). Diese entstehen unter anderem beim Räuchern und Pökeln bzw. wenn rotes Fleisch stark erhitzt wird.

Die IARC gibt aber auch zu, dass sie noch nicht genau weiß, wie die Wurst das Krebsrisiko erhöht. Sie vermutet aber, dass der übermäßige Konsum das Erbgut in den Darmzellen verändern könnte. Was natürlich die sensationshungrige Presse verschwiegen hat: Die WHO-Behörde IARC hatte selbst mitgeteilt, dass das individuelle Risiko, Krebs durch Wurst zu bekommen, verhältnismäßig gering ist.

Und genau da liegt wohl die Wahrheit: Es gibt viele Ungereimtheiten. Die Wissenschaft entdeckt ständig Neues und wirft alte Ergebnisse auch mal über den Haufen. Wissenschaft ist Irrtum auf dem letzten Stand. Natürlich ist sie enorm wichtig, um gewisse Zusammenhänge zu verstehen. Doch solche Ergebnisse haben auch zur Folge, dass wir Wissenschaftsgläubige uns zu sehr einschüchtern lassen und die Lebensqualität leidet. Ich meine: Ständige Sorge oder gar Angst kann ebenfalls krebsfördernd sein.

Was mir bei derartigen Studien missfällt: Wissen wir, welche Fleisch- bzw. Wurstqualität da in das Studienergebnis wandert? Es ist ja bekannt, dass Fleisch und Wurst immer billiger wird. Wie lässt sich das wohl umsetzen? Wissen wir denn wirklich, was die Fleischindustrie alles durch den Fleischwolf dreht, um danach in die Wurstpelle gestopft zu werden, um es dem Verbraucher noch günstiger andrehen zu können? Wird so vielleicht auch bald Altreifengranulat entsorgt? Wer eine solche Wurst futtert, furzt am Folgetag wahrscheinlich auch eine Bremsspur in den Schlüpfer. Mit Profil! Gut… überspitzt. Doch die Qualität wird aus meiner Sicht zu wenig berücksichtig. Auch ich sage immer wieder: Weniger Fleisch und Wurst, dann aber vom Schlachter des Vertrauens. Und schon kann dir die Wurstwarnung wurst sein.

Es dürfte auch jedem klar sein, dass einem Fleisch- und Wurstfan, der sich morgens, mittags und abends mit Wurst, Fleisch und Wurst vollstopft, deutlich weniger Platz für Gemüse und Obst und Obst in seinen Verdauungstrakt bleibt, die das Krebsrisiko wiederum deutlich reduzieren. Vegetarier sollen laut der amerikanischen Adventist Health Study tatsächlich fast zehn Jahre später ins Gras beißen, was eingefleischte Vegetarier sofort als Beweis deuten, wie gefährlich der Wurst- und Fleischverzehr ist. Doch: Wer sich vegetarisch (oder vegan) ernährt, lebt im Schnitt sehr viel gesünder, weil mehr Sport gemacht und weniger geraucht wird. Und wo das Schinkenbrötchen den Platz räumt, ist dann eben auch mehr Luft für Salat und Brokkoli.

Mein Fazit: Bloß nicht verrückt machen lassen! Wer ab und zu mal eine Currywurst futtert, oder in ein Wurstbrötchen beißt, wird kaum was am Krebsrisiko ändern. Insbesondere dann, wenn immer wieder Gemüsiges und Obstiges im Mund verschwindet. Die WHO hat die Wurst in die gleiche Kategorie wie Asbest und Zigaretten verfrachtet. Dabei geht es aber nicht um die gleichberechtige Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken (die ist bei Asbest und Rauchen immens höher!), sondern darum, dass nachgewiesen wurde, das Wurst krank machen kann.

Wir können nur froh sein, dass Asbest nicht gut schmeckt. Wie gefährlich es allerdings wird, wenn jemand die Wurst raucht, weißt die Wissenschaft auch (noch) nicht. Das Leben ist das größte Risiko an sich: Es endet in 100 % tödlich. Bis dahin… lass dich nicht ganz so verrückt machen.

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