Drei machbare Neujahrsvorsätze!

Der Mensch liebt Gewohnheiten. Nur durch tief in den grauen Matsch gefräste Handlungsabläufe ist das Leben überhaupt erst machbar: Keiner möchte jeden Tag aufs Neue lernen, wie man Schuhe bindet, das Smartphone bedient oder einfach Zähne putzt. Sie laufen unbewusst ab und sind damit ressourcenschonend. Und genau darum geht es: Energie zu sparen. Und Gewohnheiten sind die perfekte Software dafür!

Wer sich große Gewohnheitsveränderungen vornimmt, wird dann daran scheitern, wenn das Ziel nicht möglichst emotional „aufgeladen“ wird. Es muss schlicht einen triftigen Grund geben, warum wir energieaufwändig alte „Programme“ durch ein Neues ersetzen. Ein starkes Ziel, schon jetzt mit allen Sinnen gedanklich erlebbar gemacht, treibt an und lässt uns dran bleiben. Die Emotionen sind sozusagen unsere „Programmiersprache“!

Wenn dir der Zugang zu diesen Emotionen fehlt, du keine Idee hast, wie du dir das Ziel schmackhaft und sexy machen kannst, probiere doch den Weg der kleinen Schritte. Um sprachlich in der Computerwelt zu bleiben: Du schreibst dann einfach ein kleines, einfaches Programm und staunst bald darüber, wie einfach das war. Mit dieser Veränderung kannst du dich dann an ein komplizierteres „Programm“ (Gewohnheit) wagen…

Drei machbare Vorsätze für 2016:

1.) Konsequent Treppen nutzen
Natürlich. Kennst du! Machst du es auch konsequent? Der Treppengang wird dir nicht das Fett von den Rippen ziehen, wie eine nasse Tapete von der Wand. Aber mal ehrlich: Wenn wir nicht einmal das schaffen… wer glaubt dann ernsthaft an „im nächsten Jahr mache ich mehr Sport!“? Hier geht es um das Fundament der Bewegung: Den Alltag zur Quelle für mehr Bewegung zu nutzen. Wenn das dann im Unterbewusstsein gefestigt ist, wirst du eines Tages ganz bewusst wahrnehmen: Geht doch! Und das Tolle ist: Es braucht kein bisschen Extrazeit. Wenn du bereits Treppen hochjagst, dann traue dich mal an mein Wohnzimmer-Workout ran. Ich komme medial zu dir nach Hause und mache mit dir ein von mir entwickeltes Fitnessprogramm. Hier bekommst du es.

2.) Kerzenmeditation
Wir leben in einer hektischen Welt. Die Geschwindigkeit dominiert unser Leben. Und damit entfernen wir uns immer mehr von tranceähnlichen Zuständen, die heute noch von allen Urzeitvölkern praktiziert werden (Tänze, trommeln etc.). Daher wächst auch die Bereitschaft, zu Drogen aller Art zu greifen. Um sich „abzukoppeln“. Das ist der schnellste Weg, natürlich auch der ungesündeste. Meditation zu lernen ist der beste Weg zurück. Sicher aber nicht der einfachste. Daher mein Vorschlag: stelle dir täglich zu einem möglichst festen Zeitpunkt eine Kerze auf, zünde sie an, sorge für Ruhe und starre auf die Flamme. Das Ziel ist es, per Countdown von zunächst 30 Sekunden an nichts zu denken. Jeder Gedanke der anfliegt, lässt du in der Flamme verbrennen. Am Folgetag erweiterst du um 30 Sekunden (= 1 Minute). Am nächsten Tag wieder um 30 Sekunden usw. Am Monatsende währst du bei 15 Minuten. 15 Minuten möglichst gedankenfrei? Du ahnst nicht, welche Kräfte das freisetzen kann und welche Ruhe das bringt. Nennen wir es „den Stressresistenz-Akku aufladen“. Und immerhin: Meditieren ist ja auch besser als nur rumzusitzen und nix zu tun…

3.) Der Energietag!
Wenn du mich schon eine Weile verfolgst, kennst du meinen Ansatz: Suche dir einen (bitte nur einen!) Tag in deiner Woche, an dem du dich ganz bewusst gesünder ernährst und mehr bewegst (siehe Tipp 1) und auch für Ruhemomente sorgst (siehe Tipp 2). Du planst am Tag davor einmal kurz durch, wo du dich am Energietag aufhalten wirst, überlegst dann, ob du dort gesund essen kannst (wenn nicht, bereitest du etwas vor) und wo du mehr Bewegung einplanen kannst. Diesen Tag wiederholst du Woche für Woche. Folgendes wird passieren: Die Handlungen, die dir am Energietag besonders einfach fallen oder dir unerwartet gut tun wirst du automatisch – also unbewusst und damit nicht mit energieraubender Disziplin – schon bald mit in einige andere Tage nehmen. Weil es dir damit besser geht! So wirst du ganz langsam energieraubende, ungesunde Gewohnheiten durch gesunde ersetzen. Ohne Druck, ohne einen enorm starken Disziplinmuskeln haben zu müssen. Es sollte auch nicht das Ziel sein, irgendwann sieben Energietage haben zu müssen. Brauchst du nicht! Es geht um einen gesunden Ausgleich. Mehr nicht.

Traue dich an einen der drei Tipps ran. Nehme dir fest vor, zunächst einmal vier Wochen dranzubleiben, um zu schauen, ob du nach dieser Zeit noch immer Disziplin benötigst, das aufrecht zu erhalten. Oder ob du mit einem stolzen Grinsen erkennst, dass der Straßenräumdienst die Straßen vor der Haustür von den abgefeuerten Raketen befreit hat, du aber immer noch deine Vorsätze verfolgst.

Starte weiterhin gut ins neue Jahr. Bleib gesund.

2016-01-05T00:00:00+00:00 Januar, 2016|